groß - größer - Dubai

groß - größer - Dubai

 

Wir hörten von sauberen Straßen, auf denen kein platt getretenes Kaugummi zu finden sei, einer Skyline, die aufgrund ihrer hohen Bauten zur Nackenstarre führt und von Straßen, auf denen Porsche, Lamborghini und Maserati so alltäglichen sind, wie bei uns ein VW Golf.

 

Also machten wir uns auf, in die größte Stadt der Vereinigten Arabischen Emirate. „Dubai“.



Die Anreise

Dubai wird teuer. Das ahnten wir schon, daher sparten wir am Flug und nahmen einen Zwischenstopp in Amsterdam in Kauf. Von Amsterdam ging es mit der Fluglinie KLM dann aber direkt nach Dubai. Die Flugzeit von 6,5 Stunden verging unerwartet schnell. Ein Nickerchen, zwei Blockbuster und drei Mahlzeiten vergingen und schon setzten wir zur Landung an.

 

Kaum aus dem Flieger ausgestiegen, ging das Staunen schon los. Der Flughafen ist riesig und sehr imposant.


Das Hotel

Der Anspruch an unser Hotel war klar. Wenn es in eine Großstadt geht, sind wir vieeeeel unterwegs. Das bedeutet, wir brauchen:

  • ein gutes und Kraft spendendes Frühstück,
  • eine zentrale Lage zu all unseren Ausflugszielen sowie
  • einen Pool, um uns nach kräftezehrenden Besichtigungstouren etwas abzukühlen.

Unsere Wahl fiel auf das Hotel: Ramada Jumeirah. Der tägliche Shuttle-Service zum Strand und zur Dubai Mall sowie die zentrale Lage haben uns überzeugt.  


Noch schöner wäre natürlich ein Hotel mit direkter Strandlage gewesen. Diese sind in Dubai aber selten und daher sehr teuer. Um dennoch nicht vollständig auf diesen Luxus zu verzichten, haben wir es einfach wie der Kuckuck gemacht und uns ins fremde Nest gesetzt. Nur wenige Gehminuten von unserem Hotel entfernt, befand sich das Hotel Marine Beach Resort. Hier kann man auch als Besucher die Strandbar sowie die wunderschöne Anlage des Hotels nutzen. Mit Cocktail, Shisha und Tapas könnt Ihr hier das Meer und den Sonnenuntergang in bester Lage genießen.  

Sehenswürdigkeiten & Ausflugstipps

Dubai ist eine künstlich angelegte Stadt. Viel Natur stand also nicht auf unserer Ausflugsliste. Stattdessen waren wir gespannt, auf die Menschen und das Leben in dieser Metropole der Superlative und natürlich auf die Bauten, die diese Stadt so einzigartig machen.

 

Der wichtigste Tipp an dieser Stelle ist der „Entertainer“. In Dubai könnt Ihr ein Voucher Buch mit den Namen "The Entertainer" in so gut wie jedem Buchladen kaufen (ca. 120 €). Hier handelt es sich um ein Gutscheinbuch, mit dem Ihr bei vielen Restaurants und Attraktionen bis zur Hälfte des Preises sparen könnt.

 

Das System: Wenn man einen Gutschein einlösen möchte, zahlt die zweite Person keinen Eintritt bzw. keine Mahlzeit. Der Entertainer lohnt sich schon, wenn man 3 Attraktionen besuchen möchte z.B. Wasserpark (Eintritt 60 €/pro Person), Dessert Safari (ca. 40 €/pro Person) und eine Hop-On Hop-Off Bus Tour (ca. 40 €/pro Person). Da man in einigen Restaurants / Fast Food- oder Dessertständen mind. 3 Gutscheine einlösen kann, seid Ihr die gesamte Zeit auch immer gut verpflegt.

 

Noch ein Tipp: Da in dem Voucher Buch mehr als 1000 Gutscheine sind, haben wir den Entertainer bei eBay wieder verkauft.

Wer Fragen zum Entertainer hat, einfach in den Kommentaren stellen.

 

Dubai Mall & Burj Khalifa:

Sonnenbrille auf. Das gilt in Dubai nicht nur am Strand. Die unzähligen Reflexionen der Sonne auf den Glasfassaden, den angelegten Gewässerflächen und den blitzblanken Fußwegen und Straßen, machen Dubai zu einer strahlenden Stadt.

 

Vor der Dubai Mall stehen prunkvolle Luxuskarossen, die von zahlreichen Touristen bestaunt und fotografiert werden. Auch wir ließen es uns nicht nehmen, das ein oder andere Selfie für die Daheimgebliebenen zu schießen. 


Anschließend betraten wir die 350.000 Quadratmeter große Verkaufsfläche der Dubai Mall. Ein Ort, an dem bestimmt schon die ein oder andere Frau für immer verloren ging. Unter den zahlreichen Geschäften und Boutiquen finden sich natürlich alle großen Namen von Prada über Gucci bis Victoria's Secret. Shopping ist aber nicht das Einzige, was hier geboten wird. In der Mall befindet sich zudem eine Eishalle zum Skilaufen, eine Schlittschuhbahn, ein 24 Meter hoher Wasserfall sowie ein 33 Meter breites und 8,3 Meter hohes Aquarium, in dem sich über 30.000 Seetiere und Fische tummeln. Gegen Bezahlung könnt Ihr auch tiefer in das Aquarium abtauchen und neben Haien und Rochen, ein riesiges Krokodil begrüßen.

Shoppen ist anstrengend. Für Männer vielleicht noch mehr als für Frauen aber wir waren uns einig, wir müssen hier raus. Zum Glück befinden sich direkt vor der Tür zwei weitere Sehenswürdigkeiten. Der Burj Khalifa und die ihm zu Füßen liegenden Dubai Fontaines.

 

Wie gerne hätten wir die Show der Dubai Fontaines nun mit einem schönen Glas Wein bestaunt. Leider ist Alkohol in dem muslimischen Land verboten und fällt bis auf wenige Ausnahmen grundsätzlich aus. Naja, es gibt auch andere gute Getränke und gesünder ist es wohl auch. Die Show ist der Wahnsinn und berauscht mit der Kombination aus arabischer Musik und dem tollen Schauspiel der Fontainen auch ohne Alkohol.  


Die Vorfreude auf die anstehende Auffahrt zu der Aussichtsplattform des Burj Khalifa sank nach dieser Vorstellung natürlich nicht. Am nächsten Tag war es so weit. Um dem großem Gedränge zu entgehen, haben wir die Karten bereits vorab online gekauft. Wir empfehlen einen Besuch am Morgen oder zur Mittagszeit, um genügend Platz für einen tollen Ausblick zu haben.

 

Oben angekommen erwartete uns ein spektakulärer Ausblick, den wir durch die kleinen Kameraschlitze in den Fenstern sogar mit Fotos ohne Spiegelungen festhalten konnten. Wir fragten uns allerdings, wann wohl der erste Selfi-Stick versagt und samt Handy, die 825 Stockwerke in die Tiefe fällt. Aber da wird sich schon jemand Gedanken gemacht haben.


WAsserpark

Nachdem wir zwei Tage lang die Stadt besichtigt hatten, war es Zeit für etwas Entspannung im Wasserpark. Wir besuchten den Wild Wadi Waterpark. Er wurde uns vorab empfohlen und mit dem Entertainer zahlten wir nur den halben Preis. Besonders die Nähe zum 7 * Hotel Burj Al Arab hat uns gefallen, denn bei jeder Rutschfahrt hat man einen super Blick auf das einzigartige Hotel. Wie in jedem Park sind die Preise für Getränke und Essen recht hoch. Die Rutschen und die künstlichen Wellen zum Surfen machen aber wirklich großen Spaß.

Hotel Atlantik

Als Teil der Hop-On Hop-Off Bus Tour hielten wir auch an dem Hotel Atlantik, welches am Ende der künstlich angelegten Insel "The Palm" erbaut wurde. Wenn Ihr kein Interesse an dem Besuch eines Wasserparks oder Aquariums habt, gibt es hier für Besucher allerdings nicht wirklich viel zu sehen. Die schönsten Ecken des Hotels und der hoteleigene Strand sind den zahlenden Gästen des Hauses vorbehalten. Das Gebäude ist natürlich, genau wie die Insel auf der es erbaut wurde, sehr imposant und sehenswert. Wer hier sein Zimmer bucht, bekommt einiges geboten.  

Desert Safari

„Anders als erwartet“. So könnte man das letzte Abenteuer auf unserer Reise wohl am besten beschreiben. Von der Wüstensafari haben wir schon zahlreiche Berichte gelesen und schwärmenden Erzählungen gelauscht. Wir erwarteten somit eine einzigartige Atmosphäre umgeben von nichts als Sand, Natur und der Stille der Nacht.

 

Was uns erwartete, war etwas anderes. Die Wüste liegt ca. eine Autostunde vom Stadtzentrum entfernt. Anstelle von Gesprächen über Kultur, Geschichte oder Natur verbrachten wir die Fahrtzeit mit einem genüsslich duftendem Fahrer, dessen Sprache wir leider nicht mächtig waren. Wir rätselten also eine Stunde, ob wir uns wirklich in einer gebuchten Safari befanden oder ob dies vielleicht unser letzter Ausflug sein wird. Die Erleichterung stellte sich ein, als wir die Wüste erreichten und ca. 200 einheimische begrüßten.

 

Hier warteten wir nun eine weitere Stunde in geselliger Runde, bis wir am Horizont laute Musik und eine riesige Staubwolke erkannten. Was da in Schlangenlinien auf uns zu gestürmt kam, entpuppte sich als unser Fahrer, der scheinbar viel Red Bull zum Frühstück hatte. Was soll's, wir begaben unser Leben in seine Hände und ließen uns beim Sprint über die Dünen ordentlich durchschütteln. Auch wenn dieser Spaß nicht wirklich förderlich für die Natur ist, war es dennoch das Highlight der Tour und hat unsere Laune wieder nach oben getrieben.

 

Dies endete leider 10 Min. später, als wir das Wüstencamp erreichten. Hier gab es eine Show mit einem Falken, Kamele und Sandboarding. Übersetzt heißt das: Eine Schlange von 100 Menschen, die darauf warteten, sitzend auf einem Kamel zwei Minuten im Kreis geführt zu werden, einem Falken, den man für eine Spende auf dem Arm halten konnte und einer zwei Meter hohen Düne, die wir rutschend auf einem alten Snowboard hinuntergleiten durften. Wir entschieden uns das Getümmel zu verlassen und die Wüste auf eigene Faust zu erkunden. Spätestens als die vielen Menschen hinter einer Düne verschwanden, der Sonnenuntergang einsetzte und der klare Nachthimmel zum Vorscheinen kam, bekamen wir dann doch eine Vorstellung davon, wie so eine Safari auch ablaufen kann.

 

Das abendliche BBQ ging nun weiter wie gehabt. Zu viele Menschen, die auf wenig Essen stürmten und anschließend dicht an dicht auf dem Boden aßen und einer netten Show zusahen. Hier kamen wir allerdings mit den Einheimischen ins Gespräch und konnten viel über ihre Kultur erfahren und sie sogar live miterleben. Unsere Sitznachbarn waren allesamt super freundlich und bezogen uns in sämtlich Rituale mit ein. Auch wenn die Heimfahrt wieder ein organisatorisches Chaos war, haben wir bei diesem Ausflug viele nette Menschen kennengelernt und spannende Erfahrungen abseits der perfekt organisierten Touristentouren gemacht.

 

Wer die Bilderbuch Tour möchte, sollte sich also unbedingt vorab über gute Anbieter informieren. Wer mal Lust auf ein etwas anderes Abenteuer hat, dem ist eine Safaritour mit unserem Anbieter wärmstens zu empfehlen.  


fazit

Die Stadt ist absolut sehenswert. Von der Skyline bis zum Strand ist einfach alles gigantisch, prunkvoll und irgendwie besonders. Wer natürliche Schönheit sucht, wird hier allerdings nicht glücklich. Alles ist künstlich angelegt und ein Großteil der Stadt deshalb auch eine permanente Baustelle.

 

Die Menschen sind unglaublich freundlich und hilfsbereit. Das traditionelle Übergewand der Fruen (abaya) hat Knöchellänge, lange Ärmel und einen hohen Kragen. Die Männer tragen den Thawb, ein weites, knöchellanges Gewand aus feiner, weißer Baumwolle. Die Kleidung vermittelt den Eindruck von Wohlstand und Klasse.

 

Wer sich im Zentrum und an den klassischen Touristen Hotspots aufhält, muss für Essen, Trinken und Sehenswürdigkeiten teils tief in die Urlaubskasse greifen. Das Ganze lässt sich durch das Gutscheinbuch „Entertainer“ aber wieder ausgleichen.

 

Wir haben uns in Dubai sehr wohl gefühlt und die arabische Kultur auf eine neue Weise kennengelernt. Bis zur Weltausstellung 2020 in Dubai, werden die Baustellen wohl nicht verschwinden. Danach wird sich die Stadt aber so entwickelt haben, dass wir diesen Bericht wohl noch einmal schreiben müssen. 

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